Kapitel 16:

Johanan ging von Geser hinauf nach Jerusalem und berichtete seinem Vater Simeon, was Kendebäus unternahm. Darauf sagte Simeon zu seinen zwei ältesten Söhnen, Judas und Johanan: Die ganze Familie meines Vaters, meine Brüder und ich, haben von Jugend auf bis heute für Israel Krieg geführt, und immer wieder gelang es uns, Israel zu retten. Jetzt bin ich ein alter Mann, aber ihr steht durch GOTTES Gnade in den besten Jahren. Ihr sollt jetzt an meine Stelle und an die Stelle meines Bruders Jonathan treten und für unser Volk kämpfen. GOTT möge euch dabei helfen.

Johanan stellte ein Heer von zwanzigtausend Soldaten zu Fuß und eine Reitertruppe auf und zog mit ihnen gegen Kendebäus in den Kampf. Nachdem sie eine Nacht in Modein verbracht hatten, rückten sie am nächsten Morgen in die Ebene vor. Bald sahen sie sich einem starken Heer, Fußvolk und Reitern, gegenüber; nur ein Tal trennte sie noch von ihnen. Johanan stellte sein Heer den Feinden gegenüber in Schlachtordnung auf. Als er merkte, daß seine Leute Angst hatten, das Tal zu durchqueren, tat er es als erster vor aller Augen, und alle folgten ihm nach.

Die jüdische Reiterei war der des Gegners zahlenmäßig weit unterlegen. Darum stellte Johanan sie nicht an den Flügeln der Schlachtreihe auf, sondern in deren Mitte. Dann bliesen die Israeliten die Signalhörner und griffen an. Kendebäus wurde geschlagen, und viele seiner Soldaten mußten ihr Leben lassen. Der Rest des feindlichen Heeres suchte Zuflucht in dem befestigten Kidron. Judas war in der Schlacht verwundet worden; sein Bruder Johanan nahm die Verfolgung auf. Als er vor Kidron erschien, flohen die Syrer weiter in die Wachttürme im Gebiet von Aschdod. Aber Johanan ließ die Türme in Brand stecken; etwa zweitausend feindliche Soldaten fanden dabei den Tod. Danach kehrte Johanan wohlbehalten nach Judäa zurück.

Der Tod Simeons und der Regierungsantritt Johanans

Ptolemäus, der Sohn Abubs, war Befehlshaber in der Ebene von Jericho. Als Schwiegersohn des Obersten Priesters besaß er viel Silber und Gold. Da wurde er stolz und wollte noch höher hinaus. Er beschloß, die Herrschaft über Judäa an sich zu bringen, und überlegte, wie er Simeon und seine Söhne heimtückisch aus dem Weg schaffen könnte. Als Simeon die Städte in jenem Gebiet besuchte, um dort nach dem Rechten zu sehen, kam er im hundertsiebenundsiebzigsten Jahr der griechischen Herrschaft im elften Monat - das ist der Monat Schebat - auch nach Jericho. Seine Söhne Judas und Mattatias begleiteten ihn. Der Sohn Abubs empfing sie voller Hinterlist auf der kleinen Festung Dok, die er selbst hatte erbauen lassen, und veranstaltete für sie ein großes Trinkgelage. Zugleich hielt er dort bewaffnete Männer versteckt. Als Simeon und seine Söhne betrunken waren, ließ Ptolemäus seine Helfershelfer aus ihrem Versteck. Sie nahmen ihre Waffen, fielen im Speisesaal über Simeon her und macht ihn und seine beiden Söhne und einige aus seinem Gefolge nieder. So beging Ptolemäus gemeinen Verrat und vergalt Gutes mit Bösem.

Ptolemäus berichtete dem König in einem Brief, was er getan hatte, und bat ihn, er möge ihm das jüdische Land und seine Städte unterstellen und ihm Truppen zur Unterstützung schicken. Die Offiziere des jüdischen Heeres forderte er brieflich auf, sich ihm anzuschließen, und stellte ihnen Silber und Gold und andere Geschenke in Aussicht. Einen Teil seiner Leute schickte er nach Jerusalem. Sie sollten Stadt und Tempelberg besetzen. einen anderen Teil schickte er nach Geser mit dem Auftrag, Johanan zu beseitigen. Aber ehe sie in Geser ankamen, hatte ein Bote Johanan schon gemeldet, daß man seinen Vater und seine Brüder umgebracht habe und Leute unterwegs seien, die auch ihn töten sollten. Johanan war über diese Nachricht sehr erschüttert. Aber weil er gewarnt war, konnte er die Männer, die ihn töten sollten, gefangennehmen und hinrichten lassen.

Johanan wurde nun anstelle seines Vaters Simeon Oberster Priester. Alles, was sonst noch über seine Regierungstätigkeit, seine Feldzüge und kühnen Einzelunternehmungen und den Wiederaufbau der Mauern Jerusalems zu sagen ist, kann man in der Chronik über seine Amtszeit als Oberster Priester nachlesen.

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